Google ist Deine Homepage! (Noch)
Eine Nadel im Heuhaufen: Die Homepage
Ende März 2009 gab es laut DENIC bereits über 12,5 Mio. registrierte .de Domains – darunter natürlich auch die deutschen Domains unzähliger Unternehmen. Laut Nielsen Online besucht der durchschnittliche deutsche Internet-User im Monat jedoch gerade einmal 81 verschiedene Domains. Man kann sich ausrechnen, wie groß die Chance ist, dass eine bestimmte Unternehmens-Domain immer wieder dazugehört.
Und trotzdem: Die Unternehmen pflegen ihre Homepages/Websites. Sie kümmern sich um Content und Layout, halten die dort sichtbaren Informationen aktuell und erhöhen die Sichtbarkeit von Homepage und Website (hoffentlich) durch klassische SEO- und SEA-Maßnahmen: Der lange rote Faden an der Nadel, der bis zur Spitze des Heuhaufens reicht. Wer richtig sucht, der findet dann auch – für ein paar tausend Visits und Page Impressions wird es schon reichen.
Apropos Suche
Denn: Fast immer führt der Weg zur Homepage über die Suche: Laut Nielsens im März 2009 erschienenem “Global Faces and Networked Places“-Report erreichen Suchmaschinen “weltweit” (manchmal ist die Welt klein …) 85,9% aller User:
Und in Deutschland gibt es (noch stärker ausgeprägt als in anderen Ländern dieser Welt) nur eine einzige Suchmaschine von Relevanz: Google. Mit einem Marktanteil von knapp 93% (webhits 2008) können wir in Deutschland andere klassische Suchmaschinen getrost vernachlässigen. Und das bedeutet?
Google ist Deine Homepage!
Wenn davon auszugehen ist, dass die Mehrzahl der Besucher jeder Website momentan von einer Suchmaschine den Weg zur Domain findet (Laut TGI beginnen in Europa 87% aller Online-Aktivitäten mit der Suche) und Google in Deutschland den genannten Marktanteil weiterhin hält, dann ist – zumindest für den Moment – Google faktisch die Homepage jedes Unternehmens. Von hier finden die User zur Unternehmens-Website – oder eben auch nicht. Dies unterstreicht zum einen die Relevanz von SEO und SEA: Es gilt die Sichtbarkeit der Unternehmenswebsite auf der “Homepage” Google bei den relevanten Schlagworten zu erhöhen. Zum anderen heisst es im Jahre 2009 jedoch: Umdenken! In Zeiten des immer stärker werdenden User Generated Contents lassen sich Informationen über ein Unternehmen, seine Marken und seine Produkte schon lange nicht mehr nur auf der Unternehmenswebsite finden: In Blogs und Foren, auf Bewertungsportalen und in Social Networks, auf Video- und Audioportalen äußern sich Fans und Kritiker mit oft deutlichen Worten über Unternehmen, Marke und Produkte. Egal, wie viel Geld ihr Unternehmen für SEO und SEA ausgibt: Die Stimmen der User werden – aufgrund ihrer extremen Vernetzung und der schieren Menge und Regelmäßigkeit neu veröffentlichter Meinungen – nicht mehr in der Bedeutungslosigkeit der zweiten Suchergebnisseite versinken: Sie beeinflussen damit deutlich das öffentliche Bild jedes Unternehmens. Dabei haben sie gegenüber den offiziellen Informationsquellen der Unternehmen einen deutlichen Vorteil: ihnen wird vertraut! (Siehe Edelman Trust Barometer 2009).
Vergiss Deine Unternehmenswebsite!
- zumindest für den Moment. Es gilt, sich Gedanken über die tatsächliche Homepage eines jeden Unternehmens (Google!) und die Vertrauensvorteile des User Generated Contents zu machen: Wie kann ein Unternehmen die eben gewonnenen Erkenntnisse nutzen, um an dem auf unzähligen Websites kommunizierten und im Online-Dialog immer wieder neu definierten öffentlichen Bild von Unternehmen, Marken und Produkten mitzuarbeiten?
Das Stichwort heisst: Social Search
Will man das immer deutlicher auch durch die Social Media geprägte und dann über Google wahrgenommene Bild von Unternehmen, Marken und Produkten aktiv mitgestalten, gibt es nur eine Möglichkeit: Das aktive Engagement in den für das Unternehmen relevanten Social Media. Denn: Nur wer sich transparent und langfristig in den Online-Communities engagiert, mit den Dialogpartnern auf Augenhöhe diskutiert und aktiv Mehrwert in die Community trägt, wird von seinen Gesprächspartnern ernst genommen: Die unbedingte Voraussetzung zur Mitgestaltung der Unternehmens-/Marken-/Produktwahrnehmung im Netz bzw. auf google.de
Die Zukunft: If the news is important, it will find me
Die Relevanz von Google für die Unternehmenskommunikation wird auch in Zukunft nicht zu unterschätzen sein. Trotzdem gilt es einen weiteren Faktor zu beachten: Die zunehmende Relevanz der Informationsübermittlung über Social Networks. Gerade auch in Deutschland ist die Nutzung der Social Media auf dem Vormarsch – hier aufgezeigt am Beispiel der “Member Community Websites”:
Konkret bedeutet dies: Je stärker die Nutzung der Social Media wächst (und je höher damit der Anteil der Social Media an der gesamten Online-Zeit der Nutzer wird), umso eher werden Neuigkeiten und Informationen eben über das soziale Netzwerk der Freunde (und nicht mehr über eine Google-Suche) aufgenommen: Informationen von Freunden sind interessant, relevant und vertrauenswürdig – womit das Engagement in den (richtigen) Social Media in Zukunft auf der Agenda jeder Unternehmenskommunikation stehen muss!
Und jetzt wieder Deine Website!
Doch ein Engagement in all den Social Networks, in denen man aufgrund einer Zielgruppenanalyse (potenzielle) Kunden und Multiplikatoren vermutet, sollte nur den Anfang des Social Media Engagements jedes Unternehmens darstellen. Letztlich gilt es, den eigenen Unternehmensauftritt an die Online-Kommunikation im Jahre 2009 anzupassen: Socialize Your Website!
Doch: Was bedeutet das? Welche Varianten bieten sich hier an? Mehr dazu in einem weiteren Posting…
Edit: Der Artikel ist mittlerweile ebenfalls auf der Website meines Arbeitgebers achtung! erschienen – zu finden hier.



Sehr schöner, anschaulicher Beitrag. Und wieder ein Beweis wie wichtig Online-PR und SEO sind.
Interessanter Aspekt.
Ein interessanter Artikel. Von SEO zu Social-Media-Optimization. Bei Socialize Your Website in Form von Social Media Newsrooms auf der eigenen Unternehmenswebsite bin ich noch skeptisch.
Ich bin mir nicht so sicher, ob sich das so durchsetzen wird, bzw. angenommen wird. Bei den ersten kritischen Kommentaren ist Zensur nicht weit. Stichwort Glaubwürdigkeit – und davon lebt Social Media schließlich.
Hallo,
ich bin Musikliebhaber. Obwohl ich meine Sammlung theoretisch auf eine Festplatte speichern könnte, habe ich eine riesige CD Sammlung…
Der Hype um Social Media sollte nicht davon ablenken, sich etwas `Eigenes´ aufzubauen. Eine eigene Homepage ist für jegliche Form der Pressearbeit im Internet unabdingbar.
Grüße
Gretus
Ein sehr guter Artikel, ich selber kann aus Erfahrung sagen, das genau diese Einträge mir den Start leichter gemacht haben. Das Angebot an Eintragdiensten wird sich sicher bald daraufhin einstellen und auch noch einiges an Software den Markt erobern.
Vielen Dank für den Artikel
Thomas
Der Weg beginnt mit einem guten Produkt und einer sympathischen Marke. Wer das nicht erfüllt kann durch Social Media Kanäle böse auf die Nase fallen. Eigentlich ein toller Trend, dass es nötig wird Produkte wirklich gut zu machen!
Was bedeutet dies für die Webagenturen und SEO Spezialisten? Wie schaffen Unternehmen, die Werte schöpfen ohne permanent vor dem Computer zu sitzen, den 24-h-Spagat?
Fragen des täglichen Alltags. Im Sinne des “confirmation bias” bestätigt er meine eigene Ansicht dass die Reise von der Webpage zur Webpräsenz hingeht.
@Moritz Hanebeck: Vielen Dank für Deine Anmerkungen – von Social Media Newsroom habe ich doch noch gar nichts gesagt
. Aber Du hast natürlich Recht, da läuft es unter anderem drauf hinaus. Und: Ich bin mir sicher, das die Sozialisierung der Website angenommen wird – spätestens wenn die Unternehmenswebsite bei Google von diversen Social Media Sites mit unternehmensrelevanten Inhalten überholt wird. Und letzteres ist schon jetzt oft genug der Fall. Und: Unsere Kunden bei achtung! haben das mittlerweile auch verstanden
@Gretus Du hast natürlich nicht unrecht – deswegen folgt ja noch ein weiteres Posting zur Unternehmenswebsite. Trotzdem muss ich Dir an zwei Stellen widersprechen: Erstens handelt es sich bei Social Media nicht um einen “Hype” sondern um eine konkreten und unwiderruflichen strukturellen Wandel der Medienlandschaft. Zweitens: Geht es in vielen Fällen nicht mehr um Pressearbeit, sondern um den Dialog mit unternehmensrelevanten Multiplikatoren.
[...] schreiben werde, erlangte ein Tweet vom PR-Blogger Klaus Eck meine Aufmerksamkeit, der zu diesem interessanten Artikel führte. Tweet vom PR-Blogger Klaus Eck vom [...]
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[...] bei achtung! Kommunikation, beantwortet diese Frage in seinem sehr lesenswerten Blogbeitrag “Google ist Deine neue Homepage! (Noch)“. Scherbecks Argumentation: In Europa starten 87% aller Online-Aktivitäten mit der [...]
Angesichts der beschriebenen Verschiebung des Nutzerverhaltens beim Websurfen durch ein verstärktes Durchsuchen der Sozialen Netzwerke via Google stellt sich mir immer wieder die Farge, ob es wirklich sinnvoll ist, einem einzelnen Unternehmen eine solche Informationsmacht unkontrolliert zu gewähren und vor allem, ob es Beispiele gibt, dass Google diese Macht missbraucht. Ein Unternehmen, dass alles über den einzelnen Webuser weiss, lässt diese Frage doch immer spannender aussehen. Die Antwort hierzu wäre eigentlich schon einen eigenen Artikel wert…
[...] Scherbeck hat Recht. Er macht in seinem lesenswerten Blogartikel “Google ist deine Homepage (noch)” klar warum es “heutzutage” nicht ausreicht eine nette Corporate Website ins Netz zu [...]
[...] “Google ist Deine Homepage!” – über die Bedeutung der eigenen Unternehmenswebseit… Wer kennt nicht die kräftezehrenden Diskussionen darüber, wie der eigene Unternehmensauftritt im Internet zu bewerten sei und wie er auszusehen habe? Möglicherweise ist die Antwort auf diese Fragen weitaus weniger ausschlaggebend als eine Reihe anderer Maßnahmen, die sich auf die Online-Reputation eines Unternehmens auswirken. Bastian Scherbeck hat sich dazu auf “Digital Conversation” ein paar kluge Gedanken gemacht (tags: Internet Wirtschaft Kommunikation) [...]
[...] Scherbeck hat Recht. Er macht in seinem lesenswerten Blogartikel “Google ist deine Homepage (noch)” klar warum es “heutzutage” nicht ausreicht eine nette Corporate Website ins Netz zu [...]
Recht hat er.Man muss einfach mehr machen