Wenige Aufträge = viele Blogeinträge

By Alexander Becker

Es ist Freitagabend, fast 21.00 Uhr. Ich habe bis eben gearbeitet und dann noch schnell meine Tochter ins Bett gebracht. Jetzt erst, nach einem langen und anstrengen Tag, habe ich Zeit zum bloggen. Dieses Zeit-Budget konkurriert heute noch mit lesen, joggen oder fernsehen.

Für mich – wie wahrscheinlich für viele Berufstätige – ist das Bloggen im Gewissensinne eine Freizeitbeschäftigung oder eine Nebenbeschäftigung, die man dann erledigt, wenn man Zeit für sie hat.

Im Umkehrschluss bedeutet dies allerdings: Wer viel bloggt, hat viel Zeit, also wenig Arbeit. Klingt hart, beinhaltet ein großes Körnchen Wahrheit.

Im Herbst/Winter des vergangenen Jahres legte Nico Lumma eine Job-Pause ein. Tage mit mehren Posting waren keine Seltenheit. Dann heuerte der Social Media-Experte bei Scholz & Friends an. Was passierte: Die Blog-Frequenz brach geradezu zusammen.

PR-Berater, Social Media- oder Web 2.0-Experten sollten sich also immer klaren darüber sein, dass je mehr sie bloggen, desto eher könnte der Eindruck entstehen, sie hätten zuviel Zeit, bzw. kaum Kunden.

Je weniger ein potentielle Kunde sich im Web und der Online-Kommunikation auskennt, um so schneller wird er genau diesen bösartigen Gedanken denken. Motto: „Hat er nichts besseres zu tun.“

Genau anders verhält es bei Twitter. Je häufiger man twittert, wo man sich jetzt schon aufhält, desto eher entsteht der Eindruck, dass man ein beschäftigter Mann sei.

Bookmark and Share

One Response to “Wenige Aufträge = viele Blogeinträge”

  1. Und dann gibt es noch die Personaler, die zu meinem Erstaunen ihre Bewerber auch anhand der Menge der Community-Mitgliedschaften bewerten. Nach dem Motto “Sie sind nicht bei Facebook?! Nur bei Xing? Sind Sie denn überhaupt nicht am Puls der Zeit?” Als wäre es glaubwürdig sich überall zur selben Zeit zu tummeln ;)

    #114

Leave a Reply

Kategorien