Wein und das Web 2.0
Eigentlich sollte man davon ausgehen, das ein Weinmacher, oder Winzer, mit anderen Dingen beschäftigt ist, als mit den Themen social media und social network. Grundsätzlich ist das sicherlich auch richtig. Ein Bauer, und nichts anderes ist ein Winzer, ist mit seinen Arbeiten auf dem Feld und im Keller ausgelastet. Ist der Winzer dann auch noch ein Flaschenvermakter hat er in weiteres zeitintensives Betätigungsfeld. Letzteres, die Vermarktung, wird dann auch gerne traditionell von der Frau erledigt. Vermarktung von Flaschenweinen heißt im klassischen Familienbetrieb, dass ein- bis zweimal im Jahr eine Preisliste gedruckt und versendet wird. Im Besten Fall gibt es noch eine homepage, die ähnlich aufgebaut ist wie die Preisliste. Völlig statisch und meistens garniert mit belanglosen Bildchen. Um es ganz deutlich zu sagen: Ich finde das nicht wirklich schlimm, aber auch nicht wirklich spannend und zukunftsorientiert. Dabei bietet das web 2.0 so viele neue – und kostenlose – Möglichkeiten des Marketings und der Absatzförderung. Man muss sich nur darauf einlassen wollen.
Für mich ist nach wie vor die Basis aller 2.0 Aktivitäten mein blog. Das ist der definierte Start- und Zielpunkt. Hier habe ich den meisten Platz und die meiste Muße um mich und meine Meinungen, Ansichten und Gedanken darzustellen. So gesehen ist mein blog quasi mein „2.0 Spiegelbild“. Der große Vorteil an einem blog , wenn er denn ausreichend verlinkt und bekannt ist, ist die Tatsache, dass man relativ zeitnah einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht. Auch über das eigentliche Schwerpunktgebiet, in meinem Fall Wein, hinaus. Ich gestalte meinen blog so, dass auch jemand der sich überhaupt nicht für das Thema Wein interessiert etwas zu lesen findet. Das öffnet die Tür für ein neues Klientel. Nämlich diejenigen, die zwar Wen trinken, aber nicht unbedingt gezielt danach im web suchen. Also genau diese Art von Kunden, die man eigentlich braucht. Keine Sammler und Freaks, sondern ganz normale Konsumenten.
Das Ganze wird dann erweitert und ergänzt durch Twitter, Facebook und Xing. Wobei ich letzteres fast gar nicht mehr nutze, weil es Stück für Stück zu einer „Spam-Plattform“ verkommt. Das wichtigste Instrument für mich, neben meinem blog, ist aktuell Twitter. Auf Twitter kommen die Leute freiwillig zu mir, weil sie daran interessiert sind was ich so den ganzen Tag tue und von mir gebe. Aus diesem Grund hatte ich vor einiger Zeit auch die Idee einen „twittersalesday“ einzuführen. Es gibt einen speziellen Wein, zu leicht vergünstigten Konditionen, ausschließlich angeboten über Twitter. Die Resonanz ist bis jetzt ganz gut. Sicherlich ist Twitter nicht das Medium über das man ein Produkt Containerweise vertreiben kann, so wie es sich einige erhoffen. Es ist aber in jedem Fall eine sinnvolle Ergänzung. Insbesondere ist es schnell und der Aufwand ist sehr gering. Ein tweet mit 140 Zeichen ersetzt eine komplette aufwendige Mailing-Aktion. Allerdings muss man auch sagen, dass diese Art der tweets in der letzten Zeit stark zunimmt. Es dürfte also nur noch eine Frage der Zeit sein, bis hier eine gewisse Übersättigung einsetzt. Ob Twitter als echter Absatzkanal genutzt werden kann ist somit momentan eher schwer zu beantworten.
